CVB Wobachspatzen 60 ätester Faschingsverin in Bietigheim-Bissingen
CVB Wobachspatzen 60 ätester Faschingsverin in Bietigheim-Bissingen

Die Bietigheimer Stadtnarren

Trotzdem trafen sich einige Interessenten, um die Gründung einer Maskengruppe in die Wege zu leiten. Nach langem Kampf gab es dann, seitens der Wobachspatzen, endlich die Zustimmung. Allerdings erst, nachdem die „Gründungswilligen“ mancherlei Zusagen und Versprechen gegeben hatten. Vor allem hatten die Gründer vereinbart, dass jedes Mitglied der Maskengruppe sein Häs selbst zu bezahlen hätte, also keinerlei Kosten auf den Verein zukommen würden. Weiter, dass mit dieser neuen Gruppe auch kein zusätzlicher Aufwand für den Verein entstehen sollte, dass also diese Gruppe völlig autark agieren und arbeiten würde, lediglich unter dem Dach des Hauptvereins beheimatet. Und schließlich auch, dass alles, was im Zusammenhang mit dieser Gruppe und dem Landesverband zu geschehen hätte, auch von der Gruppe erledigt werden würde, also dass sich diese Gruppe selbst organisieren, finanzieren und reglementieren würde.

„Lasst sie doch machen,“ so der damalige Präsident, „entweder, sie bleiben uns erhalten, dann sind sie eine Bereicherung unseres Vereinslebens, oder aber sie geben auf, dann war es der Versuch wert – und die Wobachspatzen haben keine Kosten gehabt. So oder so, wir können nur davon profitieren!“

Allein der Gedanke, sie könnten aufgeben, war für die damaligen Gründer ein solcher Ansporn, dass sie sich, nach dem Motto „Jetzt erst recht!“, erst richtig ins Zeug legten.

So waren es schließlich elf Wobachspatzen, die sich zur Gründung der Maskengruppe zusammenfanden. Es wurde beratschlagt, skizziert, und organisiert, man forschte im Stadtarchiv, kurz es wurden alle Hebel in Bewegung gesetzt, damit das hehre Ziel der Maskengruppe schnellstens Realität würde.

Die Figur war schnell gefunden – sie war ja bereits existent! Der Metzger Simon Imlin hatte 1721, aus Protest gegen die zu hohe Besteuerung, die Trisezimalstrohsteuer-Scheuer angezündet und war dafür, wohl auch weil man insgeheim mit ihm sympathierte, nicht getötet, sondern „nur“ verbannt worden. Daher besorgte man alle notwendigen Unterlagen und stellte sich beim Brauchtumsausschuss des Landesverbandes vor.

Die versammelten Brauchtumer teilten jedoch die Euphorie der Gründer nicht so uneingeschränkt, wie diese das erwartet hatten. Ein Brandstifter als Narrenfigur? Die waren davon gar nicht angetan. Man vereinbarte einen neuen Termin und fuhr ziemlich enttäuscht nach Hause.

Was tun?

Eine neue Figur suchen? Alles Erarbeitete und Erforschte vergessen? („Sch... Verband!“). Ein Zufall kam zu Hilfe.

Zunächst suchte man alle Skizzen und Entwürfe wieder heraus, welche jemals zum Thema „Narrenfigur“ entstanden waren. Außerdem hatte man beim Durchforsten des Stadtarchivs mehr Unterlagen zum Thema Fasnacht in Bietigheim mitgenommen, als man benötigt hatte.
 
Der „Imlin“, also der verworfene „Brandstifter“, war aus 1721. Tatsächlich aber ließ sich die Fasnacht zurückverfolgen bis 1544, wo man sich auf die „Landtordnung“ von 1536 berief. Zudem eine große Zahl von Regularien und Verhaltensregeln in den Bietigheimer Stadtstatuten – daraus musste doch etwas werden!

Man nahm den nächsten Termin wahr, und siehe da: Der verantwortliche Brauchtumer war von einem der Entwürfe, die eigentlich als ungeeignet verworfen worden waren, dermaßen begeistert, dass er vor Lob nahezu überquoll.

Seit diesem Tag trägt der Stadtnarr, diesen Namen wählte man nämlich an diesem Tag, sein rot-weißes Blötzles-Häs. Die Genehmigung der Stadt zur Nutzung des alten Bietigheimer Stadtwappens war schnell geschafft, die Masken (Larven) wurden bei Reinhold Schäle in Auftrag gegeben, kurz: Es wurde gearbeitet, als ob es um das Leben ging (tatsächlich ging es um das „Leben“ der künftigen Maskengruppe..).

 

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