CVB Wobachspatzen 60 ätester Faschingsverin in Bietigheim-Bissingen
CVB Wobachspatzen 60 ätester Faschingsverin in Bietigheim-Bissingen

Selbst am Narrenbaum wird gespart

 

Seit Donnerstagabend steht der Narrenbaum wieder vor dem Bietigheimer Rathaus. Der Rathaussturm stand unter dem Motto "Sparen" - und das galt nicht nur für den Baum.

 

Sogar der Regen hat sich am Donnerstag an das von den Wobachspatzen und Buchfinken ausgerufene Motto gehalten. Gegen 18 Uhr stoppte der Himmel das Nass - und der Rathaussturm konnte beginnen. Die Narren, die mit Unterstützung von Guggenmusik vom Unteren Tor aus Richtung Bietigheimer Rathaus gezogen waren, hatten als diesjähriges Motto "Sparen" gewählt.

Und das wurde schon beim Eintreffen der Gruppen sichtbar - nicht nur, weil aufgrund des Wetters deutlich weniger Zuschauer da waren als 2015. Das mit dem Regenstopp habe zwar funktioniert, sagte Wobachspatzen-Präsident Michael Molnar. "Aber was nicht geklappt hat - wo ist der Baum?", fragte er in Richtung des OB Jürgen Kessing, der aus seinem Amtszimmer schaute. "Ihr wisst doch, die Stadt ist seit 2004 schuldenfrei. Und das wollen wir halten. Deshalb müssen wir sparen", entgegnete dieser.

Nach einigem Hin und Her gab der OB dann zu, dass er doch einen Baum organisiert habe. Er habe nämlich den CDU-Bundestagsabgeordneten Eberhard Gienger nach Rheinland-Pfalz ausgeliehen, spielte er auf dessen Engagement im sogenannten Kompetenzteam der Spitzenkandidatin Julia Klöckner an. Dafür habe er 100 Liter Pfälzer Wein und einen Baum erhalten.

Und an dem war ebenfalls gespart worden. "Oben rum schön, aber unten kurz", befand dann auch Sonja Winter von den Buchfinken. "Ein Glompp", "ein krummes Ding", waren ebenfalls zu hören, während sich die Narren bemühten, den Baum für die Halterung vorzubereiten. Immerhin: weil dieser so klein ausgefallen war, konnte die Traditionsfigur "Buoto" ihn fast im Alleingang hochstemmen.

Doch auch die Verteidigung war spärlich: Nur drei Stadträte und ein Abgeordneter unterstützten ihn im Kampf um das Rathaus, dazu kamen noch Ehrenamtliche. Die Gruppe "Württembergische Leichte Gardejäger von 1782" hatten sich in historischen Kostümen und mit Kanone vor dem Eingang zum Rathaus positioniert. Ihr Sold stehe seit fünf Jahren aus, berichteten sie Molnar. Das Bargeld sei schließlich von der Bundesregierung abgeschafft worden, spielte Kessing auf den Vorschlag zur Begrenzung von Geschäften an. Doch das half nichts, zu groß waren die Verlockungen durch die Imbissstände auf dem Marktplatz für die Narren - übrigens historisch gar nicht mal falsch. Zu Zeiten Herzog Carl Eugens, die sich die Gruppe als Schwerpunkt ausgesucht hatte, sei es üblich gewesen, Soldaten bei Bauern einzuquartieren, um in den Kasernen zu sparen, berichtete der Garde-Kommandant, Jürgen Behr.

Kein Wunder also, dass Kessing bei dieser "Verteidigung" rasch aufgab - und ebenfalls den Verlockungen erlag. Er hatte dann auch nur noch einen Wunsch an die Narren, die den Schlüssel bekamen und bis Aschermittwoch regieren: "Bis übermorgen muss alles fertig sein, was in Jahrzehnten nicht geschah."

 

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