CVB Wobachspatzen 60 e.V. Bietigheim-Bissingen
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Fasnacht in Bietigheim

Der Versuch einer Rekonstruktion (2)

 

Hier muß nun wieder die Geschichte, bzw. die geschichtliche Situation und Entwicklung, herangezogen werden. Wir befinden uns in einem Zeitalter des Umbruchs und der daraus entstandenen Unruhe. 6

 

1519 wurde Bietigheim vom Schwäbischen Bund angegriffen und besetzt. 1521 wurde Württemberg an Kaiser Karl V. übergeben ( österreichische ‘Zwangsregierung’). 1525 fand der Bauernkrieg auch in Bietigheim eine große Gefolgschaft. Zudem lag Bietigheim zwischen zwei großen ‘Bauernarmeen’: dem ‘Weinsberger Haufen’ einerseits und dem ‘Zabergäuischen Haufen’ andererseits - und wurde auch von letzterem ‘eingenommen’.

Was sich hier kurz und relativ harmlos liest, war tatsächlich ein großes Unglück für die Stadt, gingen doch mit diesen ‘Einnahmen’ Plünderung, Brandschatzung und teilweise blinde Zerstörungswut mit einher.7  Aus diesen Auswüchsen resultiert auch das Fehlen von vielen Belegen vor und aus dieser Zeit, da sogar die Registratur und das Stadtarchiv geplündert wurden.8

 

Dennoch kann (schon aufgrund der vorliegenden Gerichtsprotokolle) davon ausgegangen werden, daß die Bietigheimer Fasnacht durchaus existierte. Ähnliche Restriktionen liegen auch aus anderen Orten aus dieser Zeit vor (z. B. Ulm), wo ebenfalls aus der Zeit nach der Reformation ähnlich drastische Urteile vorliegen, wobei man 1584 noch nicht einmal bei dem Festungsbaumeister Gideon Bacher Nachsicht walten ließ.

 

Wie nun wurde hierzulande Fasnacht gefeiert? Nun, wie oben aufgezeigt, fehlen bei uns konkrete Aufzeichnungen bzw. Beschreibungen von örtlichen Bräuchen. Dennoch wird in den Stadtstatuten von 1544 und allen folgenden Erneuerungen neben der genauen Reglementierung von Tänzen immer darauf hingewiesen, daß die „Jüngenn Gesellen...unnd brechenn machen auch nit uffziechen“  sollen. Was es mit ‘brechen machen’ auf sich hat, läßt sich nur vermuten. Da jedoch etwas nicht ‘aufgesetzt’ werden soll und ‘brechen machen’ ähnlich den heute noch bekannten ‘Perchten-Masken’ klingt, liegt der Verdacht nahe, daß es sich hier tatsächlich um Masken handelt(e).

 

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6 H. Roemer, Geschichte der Stadt Bietigheim, S. 81( Zum Bayrischen Erbfolgekrieg gegen die Pfalz 1504, der mit von Bietigheim als ‘Ausfallpforte’ gegen die Pfalz geführt wurde (und mit den entsprechenden Belastungen durch Reiter und Fußvolk), kam 1514 der Aufstand des Armen Konrad. Dieser Bauernaufstand schlug sich auch in Bietigheim nieder.)

7 H. Roemer, Geschichte der Stadt Bietigheim, S. 86 ff.

8 H. Roemer, Geschichte der Stadt Bietigheim, S. 94

 

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