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CVB Wobachspatzen 60 e.V. Bietigheim

Ältester Fasnet Verein in Bietigheim

Patenvereine

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Die Wobachspatzen wurden 1960 als offizielle „Gesellschafts-Abteilung“ der Chor-Vereinigung-Bietigheim (CVB) gegründet und beendeten so die bis dahin „fasnets-lose“ Zeit in Bietigheim durch fasnachtliche Saal-Veranstaltungen mit einem Siebener-Rat, Büttenreden und der „Lieseles-Garde“. Tatsächlich war es jedoch nur die Fortsetzung eines, durch Reformation und Kriege zwar unterbrochenen, jedoch nie ganz vergessenen Brauchtums, das sich in Bietigheim bis zum Jahr 1536 zurückverfolgen läßt.

Diese „Gesellschafts-Abteilung“ war jedoch mit ihren Veranstaltungen so erfolgreich, daß diese bald schon dem Finanzamt ein Dorn im Auge waren und so dem Mutterverein die Aberkennung der Gemeinnützigkeit drohte, da die Fasnachtsveranstaltungen nur sehr schwer mit dem Vereinszweck, dem Chorgesang, in Verbindung gebracht werden konnten. Somit kam es zur Trennung und der Gründung eines eigenständigen Vereins unter dem Namen CVB Wobachspatzen `60 e.V., wobei das Kürzel nun als Carneval-Verein-Bietigheim definiert wurde, dabei aber ganz bewußt auf die Wurzeln der Gründung verweist.

1966 traten die CVB Wobachspatzen mit der Nummer 28 dem Landesverband LWK bei und seit 1967, anläßlich Bietigheims Erhebung zur Großen Kreisstadt, gibt es bei den Wobachspatzen ein Prinzenpaar, wobei die einstige „Lieseles-Garde“ zur Prinzengarde wurde.

Im Jahr 1984 wurde der Fanfarenzug gegründet, der, inzwischen schon mehrfacher Baden-württembergischer Meister seiner Klasse, das heraldische Fanfarenspiel pflegt.

1985 präsentierten sich erstmals die Bietigheimer Stadtnarren als Maskengruppe und erweiterten so das bisher eher karnevalistisch geprägte Erscheinungsbild des Vereins.

1989 wurde dem Fanfarenzug die Fahnenschwingergruppe zur Seite gestellt und seit 1993 gibt es unsere „Guggenmusik“, die Modern-Enztown-Spatzen.

2002 bezogen die Wobachspatzen als Vereinsdomizil eines der ältesten, noch bestehenden Gebäude der Stadt: die ehemalige Freibank.

Heute stellen die Wobachspatzen folgende Gruppen:

  • · · Prinzenpaar
  • · · Elferrat und Komitee
  • · · Tanzende Gruppen (Prinzengarde, Jugendgarde, Kindergarde, Minis, Männerballett
  • · · Fanfarenzug Wobachspatzen
  • · · Fahnenschwinger
  • · · Bietigheimer Stadtnarren
  • Das Prinzenpaar
  • wird jährlich am 11.11., nachdem das vorangegangene Prinzenpaar offiziell abgedankt hat, neu und öffentlich in der historischen Bietigheimer Kelter inthronisiert. Es übernimmt anläßlich des Rathaussturms die Amtsgeschäfte vom amtierenden Oberbürgermeister der Stadt Bietigheim-Bissingen und regiert die Stadt über die närrischen Tage.

    Der Elferrat

    Das Ornat besteht aus rotem Sakko oder roter Bluse mit schwarzem Revers, schwarze Hose oder Rock und ebensolches Schuhwerk, weißes Smokinghemd oder Bluse mit schwarzer Fliege, weiße Handschuhe und die CVB Narrenmütze. Der Zahl der Elferräte ist auf 33 Personen begrenzt. Das Komitee besteht aus elf Personen, rekrutiert sich aus dem Elferrat und repräsentiert auf der Bühne.

    Die tanzenden Gruppen

    nach Alter und tänzerischem Können getrennt, trainieren während des ganzen Jahres und proben dabei sowohl Schau-, als auch Marsch- oder Polkatänze. Sie werden dabei von geschulten Trainern und Betreuern unterrichtet und betreut.

    Der Fanfarenzug Wobachspatzen

    spielt auf Naturfanfaren und Landsknechttrommeln und hat seine Auftritte während des gesamten Jahres, wobei die Teilnahme an Umzügen ebenso auf dem Programm steht wie Auftritte in Hallen oder an Meisterschaften.

    Die Uniform besteht aus schwarzen Schaftstiefeln, roter Hose mit schwarz-goldenen Applikationen entlang den Außennähten, über einer weißen Hemdbluse mit Puffärmeln und geschnürtem Kragen wird ein anthrazitfarbenes Wams mit rot-goldenen Applikationen und goldfarbenen Knöpfen getragen, das mit einem schwarzen Ledergürtel nebst ebensolcher Gürteltasche umschlungen wird. Ein schwarzer Hut mit blau-gelbem Band und roter Feder sowie weiße Handschuhe komplettieren die Uniform.

    Die Fahnenschwinger

    tragen die selbe Uniform wie die Mitglieder des Fanfarenzugs und schwingen mit der Einhand-Wurf- und Schwingfahne nach der Deutschen Reihe. Als Besonderheit präsentieren die Fahnenschwinger eine jährlich neu choreographierte Schwarzlicht-Show.

    Die Bietigheimer Stadtnarren

    Beziehen sich auf eine Passage in den Bietigheimer Stadtstatuten aus 1544 bzw. aus der „Landt-Ordnung“ des Jahres 1536, wo es heißt: „Dieweil auch das Mommen und die Butzenkleyder, ... vor Gott ein großer Grewel ist, ... So verpieten Wir ernstlich das nyemandt ..., mit verdeckten angesichten oder in butzen Kleydern geen soll ...“

    Daher tragen die Bietigheimer Stadtnarren ein Blätzles-Häs, also ein „Kostüm“ aus ausgestanzten Filz-Stücken in den Farben rot und weiß, den Farben der Stadt Bietigheim. Auf der Brust wird das alte Bietigheimer Stadtwappen getragen, so daß die Stadtnarren, neben dem Stadtorchester, die Einzigen sind, die dieses Wappen verwenden dürfen. Um den Leib trägt der Stadtnarr einen breiten schwarzen Ledergürtel mit Bronzerollen (runde Glocken, Schellen). Die Lindenholzlarve zeigt einen freundlichen, verschmitzten Ausdruck und wird von einer Haube, ebenfalls mit roten und weißen Blätzle besetzt, umschloßen. Schwarze Stiefel und weiße Handschuhe komplettieren das Stadtnarrenhäs. Ab und an schlägt der Stadtnarr mit seiner Karbatsche, einer kurzstieligen, bis zu 5 Meter langen, geflochtenen Peitsche.

    Die Stadtnarren stellen den Bietigheimer Narrenbaum auf dem Bietigheimer Marktplatz und werfen ihn zum Fasnachtsende, im Rahmen einer kurzen Brauchtumsvorführung, auch wieder um.

    Der Winter

    ist eine Einzelfigur in der Maskengruppe und tritt nur im Rahmen von Brauchtumsvorführungen auf: Einmal, bei der Stadtnarren-Erweckung, wo er durch sein Erscheinen die Stadtnarren zur Fasnacht erweckt, zum anderen, wenn er am Fasnet-Dienstag, im Rahmen der Fasnet-Beendigung und des Narrenbaum-Umwerfens, von den Stadtnarren aus der Stadt vertrieben wird.

    Als Häs trägt der Winter ein bodenlanges Gewand mit Blätzle, welche in Form und Farbgebung an Eiszapfen erinnern. Die in eisig-blauen Tönen gefaßte Lindenholzlarve zeigt ein altes, bärtiges Männergesicht, für das als Vorlage ein Deckenbild aus dem Hornmoldhaus diente. Umschlossen wird diese Larve von einer, gleichfalls mit Blätzle in Eiszapfenform benähten Haube. Schwarzes Schuhwerk und weiße Handschuhe vervollständigen das Häs. In der Hand hält der Winter einen kahlen und knorrigen Stock, mit dem er einerseits die Stadtnarren erweckt, sich diese andererseits damit aber auch vom Leib hält.

    Unser Spatzennest

    Seit 2002 haben die Wobachspatzen ein „eigenes“ Domizil: die ehemalige Freibank. Dieses Gebäude, einst Teil der Stadtbefestigung und Teil des Schieringer Tores,ursprünglich wohl als „Armbrusthaus“, also als Waffenkammer genutzt, weist in seiner Bausubstanz Buckelquader der alten Bietigheimer Burg auf, die 1364, nach der Stadterhebung, in den Toren und der Stadtmauer verbaut wurden. Somit dürfte dieses Gebäude mit eines der ältesten, noch bestehenden Gebäude der Stadt sein. Nach dem das Schieringer Tor um 1820 abgebrochen wurde, fand das Gebäude als öffentliches Waschhaus weitere Nutzung, bis es ab Ende des 19. Jahrhunderts bis in die 60er Jahre als Freibank diente. Nach längerem Leerstand und Nichtnutzung überließ uns die Stadt Bietigheim dann 2002 das Gebäude, das, seit aufwändiger Renovierung in Eigenarbeit, nun unser kleines, aber gemütliches und gern genutztes Spatzennest ist.

    Die Wobachspatzen - Zahlen - Daten – Fakten (Stand: 24.01.2007):

    Mitglieder gesamt: 273 Mitglieder aktiv: 185

    Gegründet: 1960 Eintritt LWK: 1966 Neugründung: 1980

    Präsidenten:

    • 1960 – 1964 Kurt Haas 1964 – 1972 Karl Baumert
    • 1972 – 1980 Kurt Lorch 1980 – 1985 Heiner Frintrop
    • 1985 – 1992 Doris Welsch 1992 – 2001 Hartmut Weiss
    • 2001 – 2009 Simone Silcher 2009 - 2009 Ulrich Prox
    • 2009 - Hartmut Weiss
  • Kontakt:
  • CVB Wobachspatzen 60 e.V. Postfach 18 25 74308 Bietigheim-Bissingen

    www.wobachspatzen.de E-Mail: vorstand@wobachspatzen.de

    Eigene öffentliche Veranstaltungen:

    Auftakt am 11.11., Narrentaufe, Prunksitzung ohne Alkohol, Seniorenfasnet,

    Schmotziger Donnerstag mit Rathaussturm, Narrenbaumstellen und „Zug durch die Gemeinde“,

    Prunksitzung, Kinderfasnet, Bietigheimer Bettenrennen